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Internet
Tauschbörsenurteil PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 27. Oktober 2010 um 08:28 Uhr

Das Landgericht Hamburg legte heute sein Urteil in einem Schadensersatz-Prozess (Az.: 308 O 710/09) vor. Darin reduzierte es den von den betroffenen Musikverlagen verlangten Betrag von 600 Euro auf lediglich 30 Euro für zwei Musikstücke.
Weiterhin entschieden die Richter, dass der Vater des Jungen als Internet-Anschluss-Inhaber keine Mitschuld treffe.

Der Fall:
Der damals 16 Jahre alte Jugendliche, hatte im Jahr 2006 zwei Lieder in eine Internet-Tauschbörse eingestellt. Sein Vater, dem der Internet-Anschluss gehörte, wusste nichts von den Aktivitäten seines Sohnes.

Das Ergebnis:
Der inzwischen 20-jährige Mann gilt als Verurteilt (Vorbestraft) da er das Urheberrecht verletzt hat.
Dennoch ist die Verringerung der Schadensersatzsumme um ein 20zigstel eine Anerkennung dessen, dass gar keine so großer Verluste für die Musikverlage bestehen.

Auch wenn es nach einem kräftigen Dämpfer für die Musikindustrie klingt, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Denn das Gericht hat auch entschieden das weitere Rechtsmittel zugelassen sind. D.h. es kann zu einer Revision kommen.

 
WinFuture mit Linux PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 03. Oktober 2010 um 19:27 Uhr

Viele kennen die Newsseite rund um Windows: www.winfuture.de. Unter http://winfuture.de/news,58404.html haben nun die Macher einen Einblick in die Hardware- und Software-Struktur dieser großen Newsseite gegeben. Alleine das Forum hat über 63.000 User die mehr als 1.500.000 Beiträge geschrieben haben. Der Traffic liegt bei weit über 30 TB im Monat.

Selber ein Projekt in dieser Größenordnung in Planung? Nutzt doch die beschriebene Richtschnur und Virtualisierungsmaßnahmen als Vorlage.

Der Witz am Rande: WinFuture läuft auf Linux! Laughing
Außerdem gibt es noch einen wesentlichen Fehler in der Beschreibung von XCache: Nicht der Maschinen-Code wird gespeichert, sondern die übersetzte Token-Form (oder auch: "Opcode")
Wer Lust auf weitere witzige Bemerkungen von Server-Noops und Möchtegern-Server-Admins lesen möchte, sollte sich die Kommentare darunter nicht entgehen lassen.

 
Periodensystem der HTML5-Elemente PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 31. August 2010 um 19:30 Uhr
Josh Duck veranschaulicht in seinem Periodic Table of the Elements die einzelnen HTML-Elemente. Insbesondere die kleinen Tooltips helfen die neu eingeführten Elemente schnell zu verstehen. Ein Link in die genaue Spezifikation des jeweiligen Elements ist ebenfalls vorhanden.
 
Grenzen der Presse PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 15. Mai 2010 um 06:35 Uhr

DeNIC-Server liefern falsche Ergebnisse. Aber die Presse überbietet sich bei der Gelegenheit in Unwissenheit, fehlendem Sachverstand und outen sich als Technik-Noobs.

Der Sachverhalt vorweg:
Ein fehlerhaftes Update der Nameserver-Daten auf 12 von 16 zentralen Servern der DeNIC führte dazu, dass am 12.Mai 2010 zwischen 13:20 und 15:45 Uhr fast alle de-Domains nicht erreichbar waren.
Zurückzuführen ist dies auf eine fehlerhaftes Datenupdate welches die betroffenen 12 Server dazu veranlasste alle DNS-Anfragen mit "Domain existiert nicht" zu beantworten. Und gerade diese Antwort war das Fatale an diesem Scenario. Denn so wurden z.B. Emails direkt als "unzustellbar" zurück geliefert oder sind im Nirvana verschwunden.
Die Anfragen an diese DeNIC-Server lauten übrigens nicht "Wie ist die IP von der Domain?" sondern "Welcher DNS-Server ist für diese Domain zuständig?". D.h. diese Server sind nicht für die DNS-Auflösung selbst zuständig, sondern für die Verteilung auf die einzelnen DNS-Server der Domain-Betreiber.

Aber die Presse reichte sich wohlwollig die Hand, schrieb locker flockig sachlich falsche Meldungen bei Twitter-Accounts oder aus noch erreichbaren Blogs ab. So wird von einem "totalen Internetausfall" geredet (als ob es nur .de-Domains gäbe). Andere führen es sofort auf die begrenzte IP-Anzahl von IPv4 zurück und wieder andere behaupte es wäre ein Hacker-Angriff.

Die Westdeutsche Zeitung - die den Artikel bereits von Ihrer Website genommen hat - berichtet von einem "Server-Crash" (wäre eventuell korrekt gewesen, wenn die DeNIC-Server nicht mehr geantwortet hätten), davon dass die DeNIC die deutschen IP-Adressen verwaltet (was aber die RIPE für ganz Europa macht) und reden von ".de-Adressen anklicken" (schauder!).

Ähnlich schreibt auch Spiegel-Online: "Schuld war ein großer Server-Crash bei der Adresszentrale Denic" und behaupten diese Server wären für die DNS-Auflösung zuständig.

Der Tagesspiegel berichtet davon dass "viele Internetnutzer nicht auf die Dienste in den 1&1-Rechenzentren zugreifen" konnten und "auch die Telekom bestätigte, dass es Probleme gab". Sind neuerdings die Telekom und 1und1 die einzigsten Internet-Dienstleister in Deutschland?

Traurig aber wahr: auch bei Heise-Online steht man auf dem Schlauch. So wird dort berichtet, dass es wohl am angekündigten "Umzug der Registry-Dienste des DeNIC von Amsterdam nach Frankfurt" (am Main) liegen könnte. Nur dass dieser Umzug bereits am Vortag statt fand, die Dienste also bereits knapp 24 Stunden wieder bereit standen und die "Registry-Dienste" auch nichts mit den DNS-Server zu tun haben.

Diese fehlerhafte Meldung nimmt sich ein Redakteur der Süddeutschen und gibt sie als eigene Recheren aus. Erst später wird die Quelle der "IT-Dienst heise.de" benannt.

CHIP-Online fasst ebenfalls nur die Gerüchte im Netz zusammen und unterlegt diesen Artikel noch mit einer "Fotostrecke: Die besten 404-Fehlerseiten im Netz" welche in diesem Zusammenhang auch noch total falsch ist da duetsche 404-Seiten ebenfalls mit Unerreichbarkeit gestraft waren.

Die Welt-Online berichtet sogar zwei Tage später von einer "Stundenlangen Sendepause im Internet" und dass die "Rootserver ausgefallen" wären. Zu dem Zeitpunkt war die (restliche) Welt bereits aufgeklärt was in Wirklichkeit passiert war. Und für die Root-Nameserver ist auch nicht die DeNIC verantwortlich.

Ein Lob an dieser Stelle an unseren altbekannten Computer-Autor Jörg Schieb. Er hat in seinem WDR-Blog fast Zeitnah das Problem korrekt erfasst und für Jung und Alt anschaulich erklärt.
Wäre er auf das (von ihm benannte) "Zentraleverzeichnis" genauer eingegangen, wären evtl. den anderen News-Tickern nicht so viele Fehler unterlaufen.

 
Google's Buzz-Dienst voller Unsicherheiten PDF Drucken E-Mail
Montag, den 15. Februar 2010 um 15:24 Uhr

"Buzz" ist eine neue Social-Community.
Aber nicht irgendeiner der tausenden Communities. Nein, Buzz ist von Google!
Diese Marktmacht wird auch entsprechend ausgenutzt und so kann man schon nach wenigen Tagen von einem echten Konkurrenten für Twitter und Facebook gesprochen werden.

Nun hat Twitter und Facebook nicht viel gemeinsam, aber Google packt diese Web-2-0-Anwednungen zusammen, belegt es mit seinem Mail-Dienst (Googlemail) und heraus kommt die angehende größte Community-Plattform.

Ein Account ist schnell kreiert: Einfach bei Googlemail anmelden (wer noch keine Email-Adresse dort hat kann sich registrieren) und schon erhält man die Möglichkeit mit nur einem Klick sein Buzz-Profil zu aktivieren.
Aber Achtung: Alle darauffolgenden einzugebenen Daten sind sehr Profil-Orientiert.Und wie so viele Google-Anwendungen, spielt man seinen Angaben der Datensammelkrakte "Google" in die Hände.Wer sein Profil vollständig ausfüllt braucht sich über nichts mehr wundern. Frown
Sicher, auch Twitter und Facebook möchten viel über Sie wissen. Aber können diese Plattformen diese Daten auch noch mit allen anderen Surf-Gewohnheiten zusammenführen?

Dazu kommen noch einige andere Aspekte:

  • Der Account-Name ist gleich dem Googlemail-Account. Spammer können ohne weiteres die passende Mail-Adresse zu einem Buzzer erraten.
  • Das Adressbuch vom eigenen Googlemail-Account wird nach potenziellen Buzzern durchsucht und automatisch als "Freund" verknüpft. Damit wird ein Teil des Adressbuches öffentlich gemacht.
  • Die Handy-Optionen (Google-Android und iPhone-App) verraten den aktuellen Standpunkt und schreiben diesen in die Buzzes rein.
  • Buzz verstopft das Email-Postfach mit duzenten von Nachrichten.
Einige Teile davon kann man mit gewissen Einstellungen unterbinden. Aber wer prüft beim Account anlegen schon wirklich alle Einstellungen? Insbesondere wenn man auf den ersten Blick auch nicht erkennt, welche Gefahren dahinter stecken?
 
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